Steigende Infektionszahlen?

Die Medien melden steigende Infektionszahlen, angeblich die "höchsten Werte seit Anfang Mai". Das ist, gemessen an der deutlich erhöhten Anzahl der Tests, objektiv falsch. In der Woche vom 4.5. hatten 2,7% der 403.875 Tests positive Ergebnisse. Aktuell (Woche vom 3.8.) sind es trotz massiver Ausweitung der Tests (Erhöhung von 573.802 auf 672.171 innerhalb einer Woche) weiterhin lediglich 1% Positive. Und diese 1% könnten größtenteils durch die Fehlerhäufigkeit des Tests zustande kommen. (Quelle: Daten des RKI.)

Es ist wie die Sache mit dem Osterhasen: Wenn der 1.000 Eier versteckt hat, und 10 Leute finden in einer Stunde 100 davon, und wir lassen dann 20 Leute suchen und die finden in derselben Zeit nochmal 200 Eier, dann heißt das nicht, dass sich die Eier inzwischen vermehrt haben.

 

(www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-12-de.pdf?__blob=publicationFile)

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Armin Grassert (Samstag, 15 August 2020 10:04)

    Danke für Ihre Arbeit. Sie spricht mir aus dem Herzen. Unverantwortlich, wie die "Qualitätsmedien" mit den Zahlen umgehen. Mein Fazit: Wisschenaftlich reicht nicht, es muss auch Wahrhaftig ein!

  • #2

    Beate Walter (Samstag, 15 August 2020 15:35)

    Danke für ihre Arbeit
    Angst essen Seele auf
    Bitte liebe Leute werdet wach
    Schaltet das Licht an im Hirn
    Wir bleiben wach

  • #3

    Cornelis Bockemühl (Montag, 17 August 2020 11:29)

    Dieser Hinweis spricht mir aus der Seele! Ich möchte diese "Zahlenspielerei" (mit sehr ernstem Hintergrund!) aber gerne noch ergänzen.

    Ich bin weder Arzt noch Biologe noch Virologe oder sonst so etwas, aber sehr wohl Naturwissenschaftler, und seit Jahren habe ich beruflich Kunden erläutern müssen wie entscheidend die Beprobung ist um zu sinnvollen Aussagen zu kommen! Nun hat man hat ja immerhin noch nie eine Pandemie weltweit mit einer Art Börsen-Barometer begleitet, um den Menschen ein "Bild der Lage" permanent zu vermitteln. Dass man dazu völlig unrepräsentativ gewonnene PCR-Testergebnisse benutzt - das konnte ich kaum fassen, und ich hatte erwartet dass man da bald einmal dazu lernt. Was leider bis heute nicht passiert ist!

    Was will man denn eigentlich wissen? Man möchte ja den Stand der Zahl der Infizierten kennen, egal ob sie Krankheitssymptome haben oder nicht. Und weil man nicht täglich alle testen kann nimmt man eine "Stichprobe", die allerdings "zufällig" genommen werden müsste um für eine Hochrechnung geeignet zu sein. Das war sie natürlich nie, sondern man hat zunächst damit angefangen, Menschen zu testen, die anfängliche Symptome zeigten und wo man sehen wollte, ob da ein Covid-19 sich entwickelt. Nun habe ich mir sagen lassen dass Ärzte das inzwischen auch schon ziemlich schnell ganz ohne Test heute sehen können; dafür wäre der Test eigentlich nicht mehr unbedingt nötig.

    Solange man aber konsequent immer nach dieser "Beprobungs-Strategie" vorgeht kann man allerdings dennoch evtl. etwas gewinnen für die Schätzung der totalen Anzahl der Infizierten: Man weiss, ab welchem Krankheitsstadium man die Infizierten jetzt zählt - und man müsste wissen, welcher Prozentsatz dieses Stadium garnicht erst erreicht. Also die sogenannte "Dunkelziffer". Solange die Strategie gleich bleibt, und falls man eine halbwegs verlässliche Schätzung dieser Dunkelziffer hat, kann man immerhin sehen, wie sich die Pandemie ungefähr entwickelt. Gelesen habe ich da Werte im Bereich 5 - 8 - 10 - 15 ungefähr. Was also hiesse: Wenn das RKI 1000 positive Tests meldet muss man mit 5000 ... 15000 tatsächlichen Neuinfektionen rechnen.

    Hier pfuscht die Presse nun schon gewaltig, indem man in dem Fall einfach "1000 Neuinfektionen" vermeldet - was einfach Unsinn ist! Und was mich ärgert ist die Tatsache dass man damit die korrekte Einordnung dem Leser/Hörer überlässt, anstatt dass der Journalist seinen Job tut und die gemeldeten Zahlen in einen vernünftigen Kontext setzt - schliesslich sind nicht alle Menschen Naturwissenschaftler mit Erfahrung auf dem Feld der Probennahme und Statistik!

    Nun kommt es aber noch dicker: Das soeben Gesagte gilt ja nur solange die "Beprobungs-Strategie" konsequent angewendet wird! Das ist aber seit ca. Juni nicht mehr der Fall, denn da fing man an, die Testkapazitäten enorm hoch zu fahren und kreuz und quer Menschen ohne jegliche Symptome zu testen: Rückkehrer von Auslandsreisen, Kontaktpersonen von erkrankten oder auch nie erkrankten vorher positiv Getesteten usw. Womit man zwar sicher mehr "positive Tests" generiert, aber dafür leider nicht mehr auch nur grob abschätzen kann wie viele tatsächlich infiziert sind! Falls man also vorher etwa gefunden hätte, dass die "Dunkelziffer" etwa 10 x Zahl der positiven Tests entspricht, ist dieser Faktor 10 jetzt nicht mehr solide anwendbar. Man kann erwarten dass er jetzt etwas tiefer ist, aber man hat keinerlei Möglichkeit zu wissen, wie viel tiefer.

    Oder anders gesagt: Man testet zwar viel mehr, kennt dafür aber die Zahl der tatsächliche Infizierten umso schlechter!

    Kurz: Während die positiven Testzahlen im März - April - Mai vielleicht noch einen sehr groben Hinweis auf den Verlauf der Pandemie gaben, kann davon seit Juni sicher keine Rede mehr sein! Das ist aber in etwa der Zeitraum seit dem man von einem "Neuanstieg" berichtet. Der aber mit den aktuellen Daten weder bewiesen noch widerlegt werden kann: man weiss es schlicht nicht mehr!

    Was uns bleibt ist damit nur noch die Anzahl der Verstorbenen. Auch wenn man natürlich lieber die Zahl der Infizierten wüsste, weil die Zahl der Verstorbenen der Entwicklung der Infektionen natürlich hinterher hinkt. Dennoch kann man so weit festhalten: Gemäss RKI sinkt diese Zahl seit dem Höhepunkt langsam aber stetig dauernd. Keine Spur von einem Neuanstieg! Was mir selber in erster Linie die Zuversicht gibt dass man sich zwar vor einer "zweiten Welle" fürchten kann wenn man, dass davon aber bisher zumindest in Deutschland keine Spur zu sehen ist - entgegen anders lautenden Nachrichten!

    PS: Selber lebe ich in der Schweiz und habe die entsprechenden Daten nicht nur vom RKI, sondern auch von unserem BGI angeschaut. Dabei kommt ziemlich genau dasselbe heraus.