Der Maskenzwang, das Leid der Kinder und Jugendlichen und die neue Logik der „Bio-Security“

 

[Andreas Neider:]  Während die Politiker und die die ihrem Rat folgenden Virologen (wobei man nicht mehr genau ersehen kann, wer hier wem Gefolgschaft leistet) sich immer mehr von der eigentlichen Realität des Infektionsgeschehens entfernen, baut sich in der momentan am stärksten vom Maskenzwang betroffenen Bevölkerungsgruppe, nämlich unter Schülern, Lehrern und Eltern, immer mehr Widerstand auf, der von medizinischer und noch dem gesunden Menschverstand folgender Seite Unterstützung findet. Die Politik versucht jedoch mit allen Mitteln, ihre Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. So wurde in Brandenburg bereits ein Schulleiter seines Amtes enthoben, der gemeinsam mit den Eltern versucht hatte, sich der Maskenpflicht an seiner Schule zu widersetzen.[1]

Insbesondere in NRW, aber auch in anderen Bundesländern besteht nun  zusätzlich zur Maskenpflicht in den Pausen seit Schuljahresbeginn auch eine Maskenpflicht während des Unterrichtes. Das heißt, die Kinder und Jugendlichen werden dazu gezwungen, die sie an einem gesunden Atmen hindernden Masken praktisch den ganzen Tag lang zu tragen. [2] Und das alles auf der Grundlage Falsch-Positiver-Testergebnisse von sogenannten „Reiserückkehrern“.[3]

Zum Gesundheitsrisiko von Alltagsmasken, insbesondere bei Kindern schreibt Prof. Dr. Markus Veit in der Deutschen Apotheker-Zeitung vom 13.8. 2020:[4]

„Ein Risiko der Alltagsmasken, auf das anfangs auch das RKI immer wieder hingewiesen hat, ist, dass damit eine vermeintliche Sicherheit suggeriert wird. Ein anderes (wissenschaftlich bisher unbewiesenes, aber plausibles) Risiko ist, dass das Übertragungsrisiko steigt und nicht abnimmt! Warum ist das so? Wenn wir beispielsweise durch Wolle oder Baumwolle (die häufig bei den selbst gefertigten Masken verwendet und in unzähligen Foren empfohlen wird) ausatmen, kondensiert sich die Feuchtigkeit in der Atemluft an den Fasern. Das hängt mit der Mikrostruktur der Fasern zusammen. Dabei bildet sich auf diesen ein Wasserfilm (das kann jeder selbst ausprobieren). In mehr oder weniger großem Ausmaß geschieht das auch bei textilen Geweben. In diesem Habitat können Viren bestens überleben, es ist geradezu optimal für sie. Anders als professionelle Masken werden die selbst gefertigten nach der Benutzung nicht entsorgt, sondern die Menschen legen sie irgendwo ab und tragen so möglicherweise zur Verbreitung der Viren bei. Dieses Ablegen wird ja in Schulen und Gaststätten behördlicherseits auch noch verordnet, indem man beim Kommen und Gehen eine Maske tragen muss und dann nicht mehr – welch ein Unsinn! Die Verwendung von selbst genähten Masken kann deshalb aus meiner Sicht mit einer Gefährdung für Andere verbunden sein. Das alles gilt, wenn man selbst infiziert ist. Einen Schutz vor Ansteckung bieten alle diese Masken ohnehin nur bedingt – wenn überhaupt. Das gilt auch deshalb, weil man sich beim Tragen von Masken häufiger ins Gesicht fasst. …

Täglich werden wir von den Medien, selbst ernannten „Faktencheckern“ und Politikern mit Halbwahrheiten zu Masken belehrt. Durch die von Politik und Medien geschürte Verunsicherung sehe ich inzwischen sogar Menschen mit Masken allein im Auto oder auf dem Fahrrad, sogar beim Wandern und Spazierengehen … sic! Wir als Fachleute müssen dazu aus meiner Sicht angemessen Stellung nehmen. Wenn es sich eines Tages herausstellt, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis für „Alltagsmasken“ tatsächlich schlechter ist als angenommen, können zumindest wir nicht sagen, wir hätten es nicht wissen können!

Nota bene: Im Umgang mit Risikopatienten bzw. -gruppen brauchen wir immer Masken. Dann aber zertifizierte und geprüfte und keine Alltagsmasken!

Unmittelbar vor Druck dieses Meinungsbeitrages ist die Stellungnahme der Ad-hoc-Kommission SARS-CoV-2 der Gesellschaft für Virologie (GfV) zu SARS-CoV-2-Präventionsmaßnahmen bei Schulbeginn nach den Sommerferien erschienen, die ich mit Befremden zur Kenntnis nehme. Zum Nutzen von Masken wird nur eine einzige Metaanalyse zitiert (Chu et al. The Lancet June 27, 2020, 395, 1973 – 1987), die ein Paradebeispiel dafür ist, wie Studien mit experimentellen Schwächen, wie ich sie auch in meinem Meinungsbeitrag angesprochen habe, als Grundlage politischer Entscheidungen verwendet werden. In dieser Metaanalyse wurde nur das Outcome der Studien (unkritisch) analysiert, nicht deren Design. Eine jüngst erschienene Metaanalyse (Xiao J et.al Emerging Infectious Diseases 2020; 26/5: 967 doi.org/10.3201/eid2605.190994), die tatsächlich die Wirksamkeit von „Alltagsmasken“ bei viralen Infektionen bewertet und zu einem ganz anderen Ergebnis kommt, wird nicht zitiert. Schließlich wird von der Ad-hoc-Kommission ausschließlich der putative Nutzen solcher Masken adressiert, nicht deren Risiken. Mussten wir nicht (bis vor kurzem) für alle Arzneimittel und Medizinprodukte eine Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen? Solange insbesondere die Risiken von Masken bei Kindern im dauernden Gebrauch und durch Auf- und Absetzen nicht eindeutig untersucht sind und dann eine Nutzen-Risiko-Bewertung positiv ausfällt, erachte ich den Einsatz von Masken bei Kindern als unethisch und möglicherweise gefährlich.

Gabor Steingart zitiert in seinem lesenswerten „Morningbriefing“ vom 25.8. 2020 [5] die Vorsitzende des Ärzteverbandes „Marburger Bund“ Susanne Johna: „Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn.“ Und der Pressesprecher der Bundesschülerkonferenz Torben Strauß fügt hinzu: „Den ganzen Tag über im warmen Klassenraum bei sommerlichen Temperaturen eine Maske zu tragen ist eher eine Zumutung als guter Infektionsschutz.“

Prof. Wolfgang Kölfen, Chefarzt an der Klinik für Kinder und Jugendliche der Städtischen Kliniken Mönchengladbach, pflichtet dem bei: „Alle Untersuchungen zeigen ja, dass eher der Lehrer die Schüler ansteckt, nicht umgekehrt.“ In einem mit Gabor Steingart geführten Interview führt Kölfen weiterhin aus: „Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass Kinder und Jugendliche nicht die Spreader sind, die infizieren. Es sind die Erwachsenen … In Deutschland sind 200 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren bisher im Register gemeldet, dass sie mit Covid erkrankt waren. Es gibt – nach einer RKI-Statistik – drei Todesfälle unter 20 Jahren in Deutschland. Wir reden also über etwas, was extrem selten ist.“ Abschließend kommt der Mediziner zu einem harten und eindeutigen Urteil: „Diese Corona-Politik ist ein Irrweg in Bezug auf unsere Zukunft. [6]

Welcher Logik aber folgen die Politiker dann noch, allen voran Angela Merkel, wenn die von ihr und den ihr treu ergebenen Ministerpräsidenten (die bei allen ihren Maßnahmen natürlich immer bereits auf die nächsten Bundestags- oder Landtagswahlen hinschauen) verordneten Maßnahmen, offensichtlich widersinnig und sogar gesundheitsschädlich sind?

Dazu lohnt es sich, einen Essay von Giorgio Agamben zu lesen [7], in dem er auf ein in Frankreich bereits 2013 erschienenes Buch von Patrick Zylberman (Professor für Medizingeschichte an der „École des hautes études en santé publique“ in Paris) hinweist[8]. Dort hat Zylberman einen Prozess beschrieben, durch den Sicherheit in Fragen der Gesundheit, die bislang in den politischen Kalkülen nur am Rande auftauchte, zu einem wesentlichen Bestandteil staatlicher und internationaler politischer Strategien wurde. Diese Strategie folgt der Logik eines worst-case-scenarios. Dazu schreibt Agamben in seinem Essay:

„Dieser Logik des größten Übels gemäß hatte die Weltgesundheitsorganisation bereits 2005 zwischen zwei und 150 Millionen Todesfälle durch die bevorstehende Vogelgrippe prophezeit und so eine politische Strategie nahegelegt, die die Staaten zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu akzeptieren bereit waren. Zylberman zeigt, dass das vorgeschlagene Instrumentarium auf drei Punkten fußte:

1. Die Konstruktion eines fiktiven Szenarios auf Basis eines möglichen Risikos, wobei die Präsentation der Daten in einer Weise geschieht, die ein Verhalten begünstigt, das ein Regieren in extremer Lage erlaubt;

2. die Übernahme einer Logik des größten Übels als Lebenshaltung politischer Rationalität;

3. die vollständige Organisation der Bürgerschaft in einer die Anhänglichkeit an die Regierungsinstitutionen weitest möglich stärkenden Weise, wodurch eine Art Gemeinsinn der Superlative entsteht, bei dem die auferlegten Pflichten als Ausweis von Altruismus dargestellt werden und der Bürger nicht mehr ein Recht auf Gesundheit (health safety) hat, sondern von Gesetzes wegen zur Gesundheit verpflichtet wird (biosecurity).“

Giorgio Agamben kommentiert abschließend: „Was Zylberman 2013 beschrieb, ist nun haargenau eingetreten. Es ist offensichtlich, dass es über diesen an ein bestimmtes Virus, das demnächst einem anderen weichen mag, geknüpften Notstand hinaus um das Design eines Regierungsparadigmas geht, dessen Effizienz die aller Regierungsformen, die die politische Geschichte des Westens bisher gesehen hat, bei Weitem übersteigt. Während Sicherheitsgründe bereits im fortgeschrittenen Zerfall der Ideologien und politischen Überzeugungen erlaubt hatten, die Bürger zur Akzeptanz von Freiheitseinschränkungen zu bewegen, die sie zuvor nicht zu akzeptieren bereit waren, vermochte die Biosicherheit, die absolute Einstellung aller politischen Aktivitäten und aller sozialen Beziehungen zur höchsten Form der Bürgerbeteiligung zu erheben. So konnte man beobachten, wie linke Organisationen, traditionell gewohnt, Rechte einzufordern und Verfassungsbrüche anzuprangern, vorbehaltlos Freiheitsbeschränkungen akzeptierten, die durch Ministerialdekrete bar jeder Legalität beschlossen wurden und die zu erzwingen nicht einmal der Faschismus je zu träumen gewagt hätte.“[9]

Daher ist es kein Wunder, dass der demokratisch und verfassungsgemäß legitimierte Widerstand in immer größeren Teilen der Bevölkerung jetzt deutlich zunimmt,[10] sodass man gespannt sein darf, wie viele Menschen sich am 29.8. in Berlin zu der wahrscheinlich größten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung dieses Mal versammeln werden.[11]

In jedem Fall wird es darauf ankommen, den gesunden Menschenverstand weiterhin zu gebrauchen und sich von den der Bio-Security-Logik folgenden Maßnahmen nicht einschüchtern zu lassen.

Andreas Neider

 



[2] Die gewöhnlich gebrauchten Alltagsmasken sind keinesfalls für einen stundenlangen oder gar ganztägigen, sondern nur für einen kurzzeitigen Gebrauch beim Einkaufen oder beim Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln gedacht und sollten aus hygienischen Gründen jedes Mal nach einem solchen kurzzeitigen Gebrauch ausgetauscht werden.

[3] Siehe dazu die beiden Blogbeiträge vom 20.8. von Christoph Hueck und vom 18.8. von Andreas Neider.

[6] Siehe Anm. 5

[8] Tempêtes microbiennes: Essai sur la politique de sécurité sanitaire dans le monde transatlantique, Editions Gallimard, Paris 2013.

[9] Siehe Anm. 7. Ich danke Roland Tüscher für seine Hinweise auf Agamben und Zylberman in seinem lesenswerten Beitrag „Täuschung durch Weglassen und Zwang zur Gesundheit (Bio-Security)“ in dem von ihm herausgegebenen „Ein Nachrichtenblatt“, Nr. 15, Dornach 2020.

Dr. med. Michaela Glöckler danke ich außerdem herzlich für die kritische Durchsicht dieses Beitrages.

[10] Nach einer FORSA-Umfrage stieg die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Corona-Politik von bislang 25% auf aktuell 42%: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/unzufriedenheit-der-menschen-mit-deutscher-corona-politik-steigt-a3320809.html

[11] Nach Abfassung dieses Beitrages wurde die Demonstration in Berlin vom Berliner Innensenator verboten. Ob dieses Verbot vom Bundeverfassungsgericht noch gekippt wird, ist derzeit noch offen. Die bürgerliche FAZ und selbst die BILD-Zeitung kritisierten das Verbot mit scharfen Worten: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/demo-verbot-in-berlin-angriff-auf-eines-unserer-hoechsten-grundrechte-72580918.bild.html

https://m.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-demonstrationsverbot-bleibt-berlin-frei-16922523.html , während die linksgerichtete TAZ zustimmend reagierte: https://taz.de/Streit-um-Demoverbot-fuer-Coronaleugner/!5710261/

 

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Kommentare: 4
  • #1

    G.Busch (Donnerstag, 27 August 2020 19:37)

    Bezugnahme auf den letzten Teil des Beitrags:

    Auszug aus dem heutigen Berliner Tagesspiegel:
    politik@morgenlage.tagesspiegel.de

    Wie reagieren die Organisatoren? Die Gründer der „Querdenken711“-Bewegung verkünden, dass sämtliche Versammlungen stattfinden werden. Man wolle vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. Jürgen Elsässer vom rechten „Compact“-Magazin geht davon aus, dass „dieses Verbot juristisch zurückgeschlagen werden kann“. Er hält den 29. August 2020 für den „wichtigsten Tag seit 1945“. In zahlreichen Gruppen des Messengerdiensts Telegram rufen Anhänger dazu auf, massenhaft nach Berlin zu reisen und sich über das Demonstrationsverbot mit Gewalt hinwegzusetzen. Einige Aktivisten rufen zum „Sturm des Reichstags“ auf. Um das eigene Recht durchzusetzen, sei auch der Einsatz von Waffengewalt akzeptabel. Es braut sich was zusammen – und die AfD sieht im Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen das neue Mobilisierungsthema für die Wahl 2021.

    Ist es wirklich so gemeint, dass man weiter Seite an Seite mit dieses Akkivisten eine solche Demo ohne Einhaltung der Regeln hier befürwortet?

    Wenn ja, wäre es fatal für die Anthroposophische Bewegung.

  • #2

    Andreas Neider (Donnerstag, 27 August 2020 21:18)

    Sehr geehrter Herr Busch,
    Sie scheinen nicht verstanden zu haben, worum es bei der Beurteilung dieser Demonstration und ihres Verbotes geht.
    Lesen Sie dazu bitte die Kommentare in den bürgerlichen Medien wie der FAZ oder der NZZ:
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-demonstrationsverbot-bleibt-berlin-frei-16922523.html
    https://www.nzz.ch/meinung/demo-verbot-die-begruendung-des-berliner-senats-ist-skandaloes-ld.1573331
    Dann werden Sie vielleicht besser verstehen, worum es sich bei dem von dem ehemaligen SED-Mitglied und jetzigen Berliner Innensenator Andreas Geisel ausgesprochenen Demonstrationsverbot handelt: um einen krassen Verstoß gegen das verfassungsgemäß verbriefte Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit.
    Dass bei dieser Demonstration die zweifelhaften Corona-Regeln nicht eingehalten werden würden, kann kein Grund für ein Verbot sein, denn bislang ist selbst für die Demo am 1. August, bei der vermutlich über 100.00 Menschen versammelt waren, keinerlei Nachweis für ein erhöhtes Infektionsaufkommen geführt worden, geschweige denn für eine der BLM-Demos, bei denen ebenfalls keine Masken getragen wurden.
    Wie ich in meinem Beitrag zuvor ja geschrieben habe, ist der Nutzen der Maskenpflicht bislang wissenschaftlich nicht geklärt und weiterhin umstritten.
    Ferner ist der sogenannte Anstieg von Infektionen durch Reiserückkehrer höchst fragwürdig, weil er überwiegend auf der Erhöhung von Testfrequenzen beruhend:
    "Wer mehr testet, der findet auch mehr, insbesondere dann, wenn breit und unspezifisch getestet wird, wie etwa bei Urlaubsrückkehrern. Steigende Fallzahlen sind nur unter bestimmten Bedingungen ein Indiz für eine größere Gefährdung der Öffentlichkeit – unter anderem dann, wenn die Auswahl der Orte, an denen getestet wird, vergleichbar und für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ist, wenn die Testergebnisse um die falsch-positiven Ergebnisse bereinigt werden, wenn der Test ausschließlich auf infektiöse Virusfragmente anschlägt und wenn die positiv Getesteten auch tatsächlich zu einem Anteil und in einer Schwere erkranken, die eine ernste Besorgnis für die gesamte Bevölkerung rechtfertigt. Keine dieser Bedingungen ist aktuell erfüllt, weshalb die Annahme des Innensenators, steigende Fallzahlen bedeuteten eine größere Gefährdung der Öffentlichkeit, derzeit sachlich falsch ist." (Quelle: Paul Schreyer auf "Multipolar" am 26.8. https://multipolar-magazin.de/artikel/wo-ist-die-debatte )
    Alles das zu berücksichtigen gebietet der gesunde Menschenverstand, der immerhin auch die Grundlage jeglicher anthroposophischer Bemühungen um ein waches und klares Verständnis und die Beurteilung der aktuellen Zeitverhältnisse ist.
    Gewaltanwednung in jeglicher Form, auch das gebietet der gesunde Menschenverstand, lehne ich zur Durchsetzung von verfassungsmässigen Rechten selbstverständlich ab.
    Dass sich jedoch Extremisten im Windschatten friedlich für ihre Rechte demonstrierender Bürger mit gewaltsamen Mittel Gehör verschaffen wollen, ist erstens nichts Neues und kann im Zweifelsfall tatsächlich von den Sicherheitskräften unterbunden werden, wie zuvor in zahlreichen ähnlichen Fällen auch schon geschehen.

  • #3

    G. Busch (Donnerstag, 27 August 2020 22:36)

    Zur Kenntnisnahme: Herr Geisel ist vor der Wende im Alter von 22Jahre aus der SED ausgetreten.
    Ich denke hier sollte es um Diskussion und nicht um Verbreitung von Überzeugungen gehen. Was sich darin zeigt das kritische Aussagen als ein Nichtverstehen abgetan werden.


  • #4

    Michael Christian Gerhard Günther (Sonntag, 30 August 2020 12:24)

    Berücksichtigend den historischen Meinungsbildungsprozess bezüglich Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung in den letzten siebzig Jahren ist die derzeitige Diskussion über die Covid-19-Krise und alles, was damit zusammenhängt, einschließlich derzeit offiziellen Demonstrationen, nach meiner Meinung sinnvoll. Es geht weiterhin für jeden Einzelnen um Urteilsfindung, -bildung, die sich dann unter anderem auf politischem Feld bemerkbar macht.
    In diesem Rahmen leistet die Akanthos Akademie sicher einen wichtiger Beitrag, was vielfach auch als unbequem empfunden wird und vielleicht sogar als ungebührlich gefährlich. Aber die damit verbundenen Themenbereiche sind hochgradig bedeutend. Deshalb ist sozusagen die starke Bewegung auf diesem sozial strukturierendem Gebiet unverzichtbar.; dazu gehören genauso klare Standpunkte hervorragend von Persönlichkeiten mit Lebenserfahrung und beachtenswerter umfassender Bildung. Natürlich bleiben die Diskurse mit Pro und Contra. Es geht dabei um Wahrhaftigkeit.-
    In diesem Zusammenhang: Was unmittelbar gesamtgesellschaftliche Relevanz zeigt, das sind die seriösen fachbezogenen Argumente. Frau / Mann dürfen sich hier zum Vorbild nehmen zum Beispiel den Ethos einer hierzulande komplexeren Gerichtsverhandlung mit großem öffentlichen Interesse. Die aktiven Teilnehmer müssen zugunsten gerechter professioneller Urteilsfindung sozusagen ständig ihr Gefühlsleben reflektieren. Es geht primär um die sogenannten Sachverhalte. Sie werden begutachtet, ob sie beweiskräftig sind und mit welcher Bedeutung. So gibt es hinweisende und genauso eindeutige Beweise usw. ... . In der Covid-19-Krise kann die Wissenschaft ihr positives Potential jetzt mit Blick auf einigermaßen sozialen Frieden unter Beweis stellen. Genauso anthroposophische Initiative ist ja der Wissenschaft verpflichtet.