Distanzierung von rechts- und linksradikalen Demonstrationsteilnehmern

Für alle unsere wohlwollenden Leserinnen und Leser (und auch für die weniger wohlwollenden unter ihnen): Wir distanzieren uns entschieden und ausdrücklich von jeglichen rechts- oder linksradikalen Mitläufern der Demonstration am 29.8. in Berlin sowie aller anderen Demonstrationen, die gegen die unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen und für die Grundrechte abgehalten wurden und werden.

 

Rechte und rechtsradikale Gruppierungen inklusive der AfD versuchen, die Demonstration am 29.8. für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, indem sie sich der überwältigenden Mehrheit von Menschen, die für die Grundrechte demonstrieren und in keinster Weise als radikal angesehen werden können, als opportunistische Trittbrettfahrer anschließen.

 

Die FAZ hat über das Votum des Verfassungsschutzes berichtet, dass von Rechtsradikalen "kein prägender Einfluss" auf die Corona-Demonstration vom 1.8. ausging.[1]

 

Wir sind davon überzeugt, dass das auch am 29.8. so sein wird.[2]

 

Eine Teilnahme an oder Befürwortung der Demonstration heißt in keinster Weise, dass man damit rechts- oder linksradikale Anschauungen oder gar eine Gewaltanwendung seitens dieser Kreise unterstützt.

 

Christoph Hueck und Andreas Neider

 

 

[1] https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-demo-nur-einzelne-rechtsextreme-16894746.html

[2] Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage erklären 20 Prozent der Deutschen, also hochgerechnet mehr als 15 Millionen Menschen, sie hätten „Verständnis für die aktuellen Demonstrationen“. 14 Prozent, also mehr als 10 Millionen, sind nach eigener Aussage „bereit, an einer Demonstration gegen die einschränkenden Maßnahmen teilzunehmen“. Dieser Wert hat sich von Anfang zu Mitte August von 10 auf 14 Prozent erhöht. 18 Prozent halten die Maßnahmen für übertrieben und 8 Prozent sagen offen, dass sie sich nicht an die von der Regierung festgelegten Corona-Regeln halten. Paul Schreyer, Multipolar https://multipolar-magazin.de/artikel/wo-ist-die-debatte

 

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Kommentare: 8
  • #1

    0 (Sonntag, 30 August 2020 07:44)

    „Eine Teilnahme an oder Befürwortung der Demonstration heißt in keinster Weise, dass man damit rechts- oder linksradikale Anschauungen oder gar eine Gewaltanwendung seitens dieser Kreise unterstützt.“

    Wie naiv, zu „denken“, dass die Teilnahme das nicht unterstützt?!
    Stellt euch mal vor, nach dem die Nazis zur Demo mit aufgerufen haben (und die sozialen Medien waren voll davon), wärt ihr einfach nicht hin?
    Und komisch das die Nazis nie auf die Idee kamen „Freitags für die Zukunft“ zu kapern.
    Also was macht euch für die Nazis so besonders?

  • #2

    Berlinerin (Sonntag, 30 August 2020 11:21)

    Bei den Events des Wochenendes vom 28.– 30. August handelte es sich um eine Bündnisveranstaltungen, bei denen Organisator_innen und Teilnehmende die Präsenz von Rechtsextremen bewusst akzeptieren. Die Bezugnahme auf das Grundgesetz seitens einiger Organisator_innen steht insofern in Widerspruch zu ihrem Handeln und ist eine Wahrlüge. Es wurde zum ignorieren der Gesetze aufgerufen.

    „Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.“ —  Hannah Arendt

  • #3

    Christoph Hueck (Sonntag, 30 August 2020 12:31)

    Die beiden obigen Kommentare zeigen, wie wenig sachlich und faktenbasiert von unseren Kritikern gedacht und polemisiert wird. Solche Angriffe haben lediglich das Ziel, das demokratische Anliegen der Demonstration zu diskreditieren. Die Organisatoren haben sich immer wieder und eindeutig von allen rechts- und linksradikalen Inhalten und Bestrebungen distanziert. Es war auch gestern wieder ein Fest für Frieden und Freiheit. Wenn bei einer Demonstration von 50.000 oder mehr Menschen einige Rechte mitlaufen, dann laufen diese wenigen eben bei uns vielen mit und nicht wir bei ihnen.

    Außerdem bitten wir darum, dass Sie Ihre Kommentare hier fairerweise mit Ihrem korrekten und vollen Namen unterzeichnen. Raum für anonyme Hetze findet sich an anderer Stelle genug. Kommentare ohne volle Namensnennung werden wir in Zukunft nicht mehr veröffentlichen bzw. löschen.

  • #4

    Michael Christian Gerhard Günther (Montag, 31 August 2020 11:05)

    Während einer anfänglichen sympathischen Begegnung mit Anthroposophie kann als Träumerei eine "Idylle" entstehen durch ein (nach meiner Meinung) verkehrtes Verständnis der Stimmung, die damals mit Rudolf Steiner in Erscheinung trat.- Der Nationalsozialismus im Dritten Reich propagierte eine Romantik, die bei primitivem Vergleich und völlig oberflächlich betrachtet irgendwie artverwandt erscheinen könnte aus subjektiver Unbildung heraus. Auch dadurch entstanden sehr vereinzelt miese Verquickungen und Verstrickungen von und durch Persönlichkeiten, die irgendwie (idiotisch) in der damaligen Diktatur die Anthroposophie anbiedern, ("retten???"), ins tausendjährige Reich integrieren wollten.
    Was ist die daraus resultierende eindeutige Konsequenz jedenfalls für mich (und Frau / Mann, wenn sie denn wollen): Praktische kompromisslose Distanzierung von tendenziell jeglichen nationalsozialistischen Gefühls- und Gedankenregungen. Nach meiner tiefsten Überzeugung kann man das nicht häufig und radikal genug praktizieren, wenn es einem notwendig erscheint. Das Menschenbild vom Nationalsozialismus ist unter anderem verknüpft mit einem dekadenten primitiven Körperkult(-Verständnis), einer damit verschmolzenen brutalsten Menschenverachtung, "(Hunde, wollt ihr ewig leben?"), die vor beispiellosen horrenden Verbrechen nicht zurückschreckte.- Naziideologie propagiert einen diametralen Gegensatz zur (geistes)wissenschaftlichen ART der Anthroposophie.- Zusätzlich köcheln in diesem Zusammenhang weiterhin speziellere Vorwürfe gegenüber Rudolf Steiner und "den Anthroposophen", die die Anthroposophische Gesellschaft bis jetzt nicht restlos eliminieren konnte. Man muss das alles berücksichtigen und durch sein eigenes Menschsein wahrheitsgemäß hartnäckig korrigieren. Das gehört zur Geistesgegenwart heute dazu (meine Meinung).
    Am 29. August 2020 zeigte die sogenannte extrem rechte Szene in Deutschland wieder merkwürdige Aktionen diesmal auch vor der Haustür unserer parlamentarischen Demokratie. Natürlich hat Herr Hueck umfassend recht, denn was sollen die Bürger machen, die Querdenken 711 unterstützen und die offiziellen Covid-19-Maßnahmen hinterfragen? Auf jegliche Demonstrationen verzichten durch den Zwang von Unverbesserlichen? Das wäre auch nach meiner Meinung keine gute Lösung.- Trotzdem bleibt ein Geschmäckle übrig; es ist auch für die eigene Biografie sehr unangenehm, wenn man durch eine "gemeinsame" Kundgebung sich mit keinesfalls harmlosen Aktionen von "Übernationalisten" konfrontiert sieht.- Die Bewegung Querdenken 711 wird hoffentlich eine gründliche Analyse der Veranstaltung vornehmen und dementsprechend ihr weiteres Vorgehen planen. Usw. ... .

  • #5

    Berlinern (Montag, 31 August 2020 15:41)

    Ich danke Herrn Günther für seinen Beitrag und seine Meinungsäußerung.
    Es wäre ja vielleicht auch möglich gewesen sich den Gegendemonstrationen anzuschließen. Eine Analyse ist bestimmt vonnöten, ins besondere ein Blick auf die Vernetzung der Querdenker711, wie z.B mit dem Medienkanal KenFm.

  • #6

    Christoph Hueck (Montag, 31 August 2020 16:02)

    Bitte geben Sie doch fairerweise Ihren korrekten und vollen Namen an, wenn Sie hier Kommentare veröffentlichen möchten. Vielen Dank.

  • #7

    Elke Walker (Mittwoch, 23 September 2020 22:57)

    Ich bin 66 Jahre alt. Von der Ausbildung her bin ich Naturwissenschaftlerin, Virologin, seit 16 Jahren befasse ich mich intensiv mit der Anthroposophie. Bis zu der Corona-Krise hatte ich nie die geringsten Probleme, beide Bereiche zusammen zu denken.
    Neuerdings ist mir dies kaum mehr möglich, wenn ich Anthroposophen höre oder lese, die sich zu der derzeitigen Lage zu Wort melden. Sie klingen einfach nur nach dem Anti-Corona-Mainstream, Naturwissenschaft und Politik verteufelnd, das geliebte charakteristisch Anthroposophische fehlt mir weitgehend! Entsprechend fehlt mir auch die Toleranz für Andersdenkende - nicht alle diese sind Opfer der Panikmache von Medien und Politik, wie es u.a. Herr Hueck unterstellen will.
    Vielleicht geht es nicht nur um nichtkausales, lineares Denken sondern auch um Vernunft und Unvoreingenommenheit - zur Freiheit gehört auch die Verantwortung und die Vernunft! Ohne letztere führt auch nichtlineares Denken zu nichts Gutem!
    Ich schreibe in echter Verzweiflung - über ANTHROPOSOPHEN, nicht über Corona-Maßnahmen, Medien, Politik, Medizin und Naturwissenschaften! Mir fehlt das Darlegen von Alternativen, die Übernahme von Verantwortung - schimpfen und klagen und protestieren kann doch jeder!!!

  • #8

    Christoph Hueck (Donnerstag, 24 September 2020 08:36)

    Sehr geehrte Frau Walker,
    schauen Sie sich doch einmal den Blog-Eintrag "Von der Protestbewegung zur Zukunftsgestaltung an.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Christoph Hueck