Das neue Infektionsschutzgesetz und der „Great Reset“

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Das neue IfSG und der "Great Reset"
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[Andreas Neider:]  Vorbemerkung: Nehmen Sie sich Zeit! Aufgrund der Länge dieses Beitrages empfiehlt es sich, diesen zunächst auszudrucken und nur die Anmerkungen und Links am Bildschirm nachzuverfolgen.

 

Alternativen ausgeschlossen – Es wird durchregiert!

Mit der am 18. November vom Bundestag mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD und der Grünen (die sich ursprünglich enthalten wollten, sich dann aber doch entschlossen, ihren Kuschelkurs mit der Regierung fortzusetzen) beschlossenen Änderung des IfSG wurde der Regierung ein „Blankoscheck“ (FDP-Chef Christian Lindner in seiner Widerrede)  für die bisher praktizierten Corona-Maßnahmen ausgestellt.[1] Schauen wir zunächst auf einige der kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen der CDU und dann aus den Leitmedien:

Die CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mahnte im Anschluss an die gestrige Entscheidung: „So etwas verändert auch die Demokratie und ihre Gewohnheiten. Wir müssen achtgeben, dass es keine Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft wird.“ Der Austausch im Netz sei häufig von Aufregung, Schwarz geprägt, vernetzt sei man eher nur mit Gleichgesinnten. „In dieser Reduzierung droht man bequem zu werden. Auch beim Denken und Austauschen von Argumenten.“

Die Bereitschaft zum Kompromiss nehme spürbar ab. „Es gibt die Schwarmintelligenz. Das Gegenteil, die Schwarmdummheit, kann es aber auch geben. Persönliche Gespräche zwischen Politikern und Bürgern bleiben unersetzlich.“ Sie mahnte, die schnelle Beratung und Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes müsse eine Ausnahme sein. „Für das Parlament ist es enorm schnell mit wenig Beratungszeit, für die Pandemielage ist es hingegen höchste Zeit. Das ist Ausdruck eines Krisenmodus, eines Ausnahmezustandes, den wir aber nicht überstrapazieren sollten.“

Wenn dieser Zustand zu lange andauere, sei es keine Ausnahme mehr, sondern eine grundsätzliche Strukturveränderung. „Und das wäre eine Zumutung sowohl für die Opposition als auch die Regierungsfraktionen. Die Parlamente auf allen Ebenen wollen und müssen gründlich und in angemessener Zeit mit beraten und mit entscheiden.“[2]

Ein nicht genannter Mitarbeiter eines CDU-Abgeordneten äußerte sich gegenüber dem unabhängigen Journalisten Boris Reitschuster auf dessen Webseite[3]: „Dass ein derart wichtiges Gesetz mit so weitreichenden Folgen auf diese Art und Weise durchgedrückt würde, sei ein Novum und spreche demokratischen Prinzipien Hohn, so der Mitarbeiter aus der Unionsfraktion: „Das ist nur noch ein Schauspiel, da wird nur noch pro forma das Prozedere eingehalten, die Abgeordneten nur noch pro forma zur Abstimmung gerufen. Faktisch wird der Bundestag nur noch gebraucht, um Demokratie zu spielen. Es wird von oben nach unten durchregiert mit Anweisungen.“ Angela Merkel sei dieser Regierungsstil aus der DDR bekannt, so der Mitarbeiter spitz: „Mich erinnert das an den demokratischen Zentralismus, eine Idee, die einst Lenin eingeführt hatte.“

Viele Abgeordnete der Fraktion der „Linken“, die faktisch nur die umbenannte DDR-Diktatur-Partei SED ist, könnten sich nun im Bundestag wieder vorkommen wie in „guten alten Zeiten“, so der Mitarbeiter mit einem Anflug von Galgenhumor: „Gregor Gysi, Petra Pau, Dietmar Bartsch, Gesine Lötzsch, André Hahn, Roland Claus, Kirsten Tackmann, Petra Sitte oder Heidrun Bluhm-Förster dürfte das alles sehr bekannt und vertraut sein.“

Die ZEIT schreibt in ihrem Kommentar: „Vor der eigentlichen Aufgabe drücken sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, namentlich die Fraktionen von Union und SPD, weiterhin. Sie überlassen den Regierungen noch immer zu viele der brisanten Abwägungen in der Pandemie, sie geben keine klaren politischen Antworten, wo diese möglich und nötig wären. Das Parlament macht sich damit kleiner, als es ihm und der Demokratie guttut.

Erklären lässt sich das am Beispiel der Schulen. Bisher ist es so: Die Landesregierungen regeln allein, ob sie die Schulen dichtmachen, ob Maskenpflicht in den Gängen, auf dem Schulhof oder gar in den Unterrichtsräumen gilt. Gerichte können dann entscheiden, ob die Regeln notwendig und rechtens sind oder nicht. Der Bundestag könnte sich einmischen. Er könnte im Infektionsschutzgesetz die Schulen besonders schützen und festlegen, dass sie erst geschlossen werden dürfen, wenn alle anderen Maßnahmen gegen die Pandemie nicht geholfen haben. Es wäre dann beispielsweise illegal, Baumärkte offen zu lassen, aber Grundschulen dichtzumachen.“[4]

Und im Politmagazin „Cicero“ ergänzt der Staatsrechtler Alexander Thiele: „In dieser Form wird sich aus der Perspektive der Bevölkerung am bisherigen Vorgehen der Regierung nur wenig ändern. Die entschleunigende und integrierende Funktion des Parlaments bleibt damit ebenso auf der Strecke wie die optimale Vorhersehbarkeit der in den nächsten Monaten zweifellos folgenden Maßnahmen.

… Weiterhin richten sich die medialen Augen fast ausschließlich auf die für nächste Woche anberaumte Konferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident*innen. Ließe sich hier nicht auch das Parlament einbinden? … Die demokratietheoretisch bedeutende Teilhabe an der Entscheidung tritt partiell hinter die erwartete Effektivität und Schnelligkeit der Entscheidung zurück. Vor allem bei längeren Krisenzuständen verändert sich diese Erwartungshaltung der Bevölkerung im Laufe der Zeit. Auch das hat sich nachgerade lehrbuchartig in der aktuellen Pandemie bestätigt.“[5]

Kurzum, es zeigt sich an der gestrigen Entscheidung für die Gesetzesänderung des IfSG erneut die Linie der Kanzlerin: „Es gibt keinerlei Alternativen! Wir regieren durch, und zwar ohne das Volk bzw. dessen Vertreter*innen!“

Eine Alternative hätte es laut der Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses aber durchaus gegeben. Denn in der Vorlage hieß es wörtlich: „Alternative: Ablehnung des Gesetzentwurfs und Annahme eines Antrags oder mehrerer Anträge.“[6] Diese gestern abgelehnten Anträge der Opposition forderten genau jene Einbeziehung des Parlamentes auch in das Pandemieregime selbst.[7]

Das Volk, sprich seine Vertreter*innen bleiben also bei den Maßnahmen weiterhin außen vor. Das Parlament wird hingegen dazu verdammt, die epidemische Lage zu erklären und ggf. zu beenden, was es aber unter den jetzt legal definierten Umständen für lange Zeit auf keinen Fall tun wird, denn es heißt dazu im neu gefassten §5, Absatz 1:

„Eine epidemische Lage von nationaler Tragweite liegt vor, wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht, weil

1. die Weltgesundheitsorganisation eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen hat und die Einschleppung einer bedrohlichen übertragbaren Krankheit in die Bundesrepublik Deutschland droht oder

2. eine dynamische Ausbreitung einer bedrohlichen übertragbaren Krankheit über mehrere Länder in der Bundesrepublik Deutschland droht oder stattfindet.“

Da es an dieser Stelle bezeichnenderweise heißt „oder“, genügt also auch eine entsprechende Notlage außerhalb Deutschlands, das seine Grenzen ja nicht einfach schließen kann, um den Pandemiezustand weiter aufrecht zu erhalten.

 

Verantwortung ist nur aus Freiheit möglich

Es geht aber noch weiter. Das neue Gesetz selbst lässt nämlich auch keinerlei Alternativen zu den bisherigen Lockdown-Maßnahmen zu. Worin aber würden diese bestehen? Diese bestehen z.B. schlichtweg darin, den von den Lockdown-Maßnahmen betroffenen Einrichtungen und der Hotellerie die Möglichkeit zu geben, Veranstaltungen und Übernachtungen mit Hygienekonzepten, wie sie bereits mit enormen Kraftaufwand den ganzen Sommer und Herbst über praktiziert worden sind, weiterhin durchzuführen, um die allerorten angemahnte Verantwortung freier Bürger tatsächlich umsetzen zu können.

Kristina Schröder, ehemalige Familienministerin der CDU wehrt sich in diesem Zusammenhang gegen einen „pandemischen Imperativ“ und schreibt: „Verantwortung ohne Freiheitsgrade ist keine. Wer nicht selbst entscheiden kann, ob er es nach seinen Risikoabwägungen für vertretbar hält, auf der Parkbank zu sitzen, die Enkelkinder zu sehen oder Freunde zum Abendessen einzuladen, wäre in diesen Punkten nicht mehr verantwortlich, sondern Befehlsempfänger.

Er gehorchte tatsächlich einem „pandemischen Imperativ“, nach dem Christian Drosten in seiner Schillerrede rhetorisch fragte. „Handele in einer Pandemie stets so, als seist du selbst positiv getestet, und dein Gegenüber gehörte einer Risikogruppe an“, schlug Deutschlands bekanntester Virologe [8]

Bei Rudolf Steiner heißt es diesbezüglich noch einen Schritt weiter führend in seiner „Philosophie der Freiheit“: „Es bedeutet einen sittlichen Fortschritt, wenn der Mensch zum Motiv seines Handelns nicht einfach das Gebot einer äußeren oder der inneren Autorität macht, sondern wenn er den Grund einzusehen bestrebt ist, aus dem irgendeine Maxime des Handelns als Motiv in ihm wirken soll. Dieser Fortschritt ist der von der autoritativen Moral zu dem Handeln aus sittlicher Einsicht. Der Mensch wird auf dieser Stufe der Sittlichkeit die Bedürfnisse des sittlichen Lebens aufsuchen und sich von der Erkenntnis derselben zu seinen Handlungen bestimmen lassen.“[9]

Und dabei ist ja nicht einmal ausgemacht, geschweige denn wissenschaftlich erwiesen, dass die im Gesetz jetzt festgeschriebenen Lockdown-Maßnahmen das Infektionsgeschehen in entscheidender Weise überhaupt beeinflussen. Ja es bleibt auch die Frage offen, welcher konkrete Zusammenhang zwischen dem Infektionsgeschehen in der nicht gefährdeten Bevölkerung unter 60 Jahren und den bedrohlichen Infektionen mit schweren bis tödlichem Krankheitsverläufen über 70 Jahren besteht. Stattdessen ist von einer „diffusen“ Ausbreitung die Rede. Diejenigen Risikogruppen, die gefährdet sind und für sich selbst sorgen können, werden doch in keine Weise dadurch gefährdet, dass Menschen, die mit diesen Gruppen in keinerlei Kontakt stehen, in ein Restaurant gehen oder dadurch, dass Kinder im Unterricht keine Maske tragen. Wo also ist die Evidenz für die in diesem Gesetz nunmehr verankerten Maßnahmen?

Und wo entsteht eine Gefahr für „Leib und Leben“, wenn ich aus einem „Risikogebiet“ einreise, in dem ich die Abstandsregeln oder die Maskenpflicht eingehalten habe, und zu Hause oder anderswo den direkten Kontakt mit den immer wieder beschworenen Risikogruppen vermeide?

Anders gefragt: Wo liegt die Evidenz, dass mein Verhalten in selbst verantworteter Rücksichtnahme sowohl in den jetzt geschlossenen Restaurants als auch in den besagten „Risikogebieten“ in irgendeiner Weise Einfluss auf das Sterben von Menschen hat, mit denen ich eigentlich gar nicht in Berührung komme?

Beschwört das Gesetz in diesem Sinne nicht genau jenen „pandemischen Imperativ“ des Herrn Drosten herauf, bei dem jeder Mensch zu einem „Infizierten“ und jedes Gegenüber zum Teil einer Risikogruppe wird? Zwingt das Gesetz mithin nicht jeden Bürger dazu, wie Kristina Schröder es formuliert, „stets so zu handeln, als ob“, mithin also jeden menschlichen Kontakt zu vermeiden und damit die Verantwortlichkeit freier Menschen endgültig aufzugeben?

Vielmehr ist den Lockdown-Maßnahmen entgegen zu halten, dass deren wirtschaftlich zerstörerischen Folgen schon jetzt absehbar von keinem Staat der Welt jemals werden entschädigt werden können, sondern vielmehr einen über Jahrzehnte reichenden Schaden verursachen, der sich nur mit dem durch den II. Weltkrieg bewirkten wirtschaftlichen Schäden vergleichen lässt, insbesondere dann, wenn man die gesamte Weltwirtschaft, vor allem in den unterentwickelten und in den Schwellenländern (mit Ausnahme der asiatischen „Tigerstaaten“ und Chinas) berücksichtigt.

 

Impfung statt Verantwortung

Wohin also führt der Beschluss des Bundestages nun in seiner Konsequenz? Nicht zufällig kamen in der Woche zuvor Meldungen zum Erfolg von genetischen Impfstoffen in der Presse und wurden weltweit bejubelt. Und sofort wurde vom BMG die neue Impfstrategie verkündet, in deren Zentrum sogenannte „Impfzentren“ stehen werden, die einen möglichst breiten Zugang zu den COVID-19-Impfungen zulassen sollen. Auch wird heftig darum gerungen, wer nun zuerst Anspruch auf die Impfung haben soll.

Neben einer wohl begründeten Skepsis nicht nur gegenüber der Wirksamkeit der genetischen Impfstoffe, sondern vor allem deren Risiken und Nebenwirkungen gegenüber, die in dermaßen kurzen Zeiträumen keinesfalls abschließend beurteilt werden können[10], muss eines ganz klar gesehen werden: Mit diesem neuen Gesetz wird es ein Ende der Lockdown-Maßnahmen und Reisebeschränkungen erst geben, wenn die Impfung da ist! Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern, wie die Einbeziehung der WHO in der Legaldefinition der epidemischen Lage im neu gefassten §5 des IfSG ja beweist, zumindest auch in Europa. Das jetzige, gestern mit den Stimmen der CDU/CSU, der SPD und der Grünen endgültig abgesegnete Corona-Regime lässt zu einer Bewältigung der Pandemie keinerlei Alternativen mehr zu. Und damit erfüllt sich die unheilvolle Prognose der Kanzlerin vom Juni d.J. nun endgültig: „Die Pandemie ist erst beendet, wenn die Impfung kommt!“[11]

Dabei sind die zugrunde liegenden Inzidenzahlen bewusst so gewählt, dass sie dank eines fragwürdigen PCR-Tests und beliebig steuerbarer Testhäufigkeit und CT-Werte[12] erst in den Sommermonaten wieder unterschritten werden können. Andere Wege aber, die stärker auf die Herdenimmunität setzen, wie sie die in unserem Blog bereits diskutierte Great-Barrington-Declaration und das Positionspapier von Hendrik Streeck und Andreas Gassen vorgeschlagen haben, werden mit dem neuen Gesetz endgültig vom Tisch gefegt.[13]

 

Die wahren Ursachen der Pandemie werden durch das Gesetz verschleiert

Weitaus kritischer aber ist nun der folgende Zusammenhang zu sehen. Sowohl in der Debatte im Bundestag wie vor allem auch auf der globalen Ebene der Pandemiebeurteilung, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, wird immer deutlicher, dass die wahren Ursachen dieser Pandemie mehr und mehr verdrängt und gar nicht mehr wahrgenommen werden.

Wie wir in diesem Blog und in unseren beiden Corona-Büchern[14] immer wieder betont haben, liegen die Ursachen für den Ausbruch dieser und möglicher weiterer Pandemien in unserem massiv gestörten und deshalb zerstörerischen Verhältnis zur Natur, insbesondere aber in unserem kranken Verhältnis zu den Tieren. Die Pandemie ist ein überdeutliches Symptom unseres zerstörerischen Verhaltens der Natur gegenüber! Anstatt dieses Verhalten als eigentliche Ursache zu sehen und es entsprechend grundlegend zu verändern, wird nun eine Impfung als das Allheilmittel verkündet, und damit so getan, als könne die Pandemie damit tatsächlich überwunden werden. Das wird sie aber mitnichten, denn, und das ist zugleich ein Grundsatz einer am Menschen und an der Natur orientierten Medizin: „Eine gute Therapie geht der Krankheit an die Wurzel und kuriert nicht bloß Symptome!“

 

Totale Kontrolle und Überwachung

Was aber mit dem neuen Gesetz ebenfalls einhergeht, ist ein weiterer problematischer Aspekt: der Kontroll- und Überwachungswahn! So gelten nunmehr im neuen §28a als Kriterium für sämtliche Maßnahmen die auch bisher schon genutzten und auf dem fragwürdigen PCR-Test beruhenden Inzidenzahlen mit dem Argument, Gesundheitsämter könnten sonst die Kontrolle über die Nachverfolgung von „Infizierten“ nicht mehr gewährleisten. Pandemiekontrolle ist jedoch eine Illusion, denn das Virus hat sich, wie die WHO bereits am 5. Oktober zugegeben hat, bei über 10% der Weltbevölkerung ausgebreitet.[15] D.h. es waren bereits Anfang Oktober etwa 10-15mal mehr Menschen infiziert als die offiziell durch Testungen festgestellten Zahlen angeben. Die Dunkelziffer an Infektionen ist also extrem hoch, und dementsprechend kann von einer echten „Kontrolle“ des Infektionsgeschehens keine Rede sein.[16]

Auch bei den Reisebeschränkungen aber geht es primär um Kontrolle und digitale Überwachung. So heißt es im neuen Gesetz in §36: „…dass insbesondere auch eine digitale Einreiseanmeldung nach Aufenthalt in Risikogebieten verordnet werden kann, um eine bessere Überwachung durch die zuständigen Behörden zu ermöglichen.“

 

Im Hintergrund läuft der „Great Reset“

Diese Tendenzen aber laufen nun zusammen mit dem, was insbesondere in diesen Novembertagen auf internationaler Ebene parallel zu den dramatischen Ereignissen im Deutschen Bundestag abgelaufen ist. So verkündete der WHO Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am 16. November:[17] „Last week, leaders came together at both the World Health Assembly and the Paris Peace Forum. High on the agenda was the ACT Accelerator and ensuring equitable access to new rapid tests, therapeutics and COVID-19 vaccines. The European Commission, France, Spain, The Republic of Korea and the Bill & Melinda Gates Foundation pledge US$360 million to COVAX, the Vaccines Pillar of the ACT Accelerato.“

Was aber steckt hinter diesem ominösen „ACT-Accelarator“? Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich in Deutsch der „Zugang zu COVID-Werkzeugen-Beschleuniger“. COVID-Werkzeuge aber sind: COVID-Tests, extrem teure Medikamente gegen COVID und die COVID-Impfstoffe. Der Zugang zu diesen drei Werkzeugen, in der Hauptsache aber zu den Impfstoffen soll also beschleunigt werden. Dabei geht es vor allem um deren weltweite Verteilung, die offensichtlich immense Geldsummen verschlingt.

Man erinnere sich: Bereits im Frühjahr hatte Ursula von der Leyen in einer beispiellosen Sammelaktion an einem Tag 7,5 Milliarden Euro seitens der EU-Mitglieder für die Herstellung der Impfstoffe eingesammelt. Der Sammeltopf für alle diese Gelder befindet sich, ja wo wohl? Man erfährt es nicht! Und an wen und wie diese immensen Beträge verteilt werden, erfährt man ebenfalls nicht!

Am 12. November trafen sich also in Paris[18] in einem ebenso ominösen „Paris-Peace-Forum“ eben jener WHO Direktor, Ursula von der Leyen, die Chefin der EU-Kommission, der französische Staatspräsident  Emanuel Macron, die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg und Melinda Gates von der Bill & Melinda Gates Foundation (welch sonderbare Zusammensetzung von Staatslenkern, Internationalen Behörden und privaten Stiftungen!), um weitere 360 Mill. Dollar für diesen „Accelarator“ einzusammeln. Weitere Beiträge der G20-Saaten sollen diesen Beitrag auf 5,1 Milliarden Dollar erhöhen, wobei ein Bedarf von nochmals 4,2 Milliarden Dollar bereits angekündigt wurde, außerdem weitere 24 Milliarden Dollar für 2021.[19]

Der WHO Direktor sagte in der Pressekonferenz am 16.11. dazu weiter: „With countries spending trillions to prop up economies, COVAX[20] represents the best possible deal as it will mean a quicker recovery for all and an end to stimulus. G20 leaders will meet this weekend (20.-22.11.). This is an opportunity for them to commit financially and politically to the ACT Accelerator and COVAX so that together we can end this pandemic quickly. It’s also a moment for us to strive for the world we want.

This cannot be business as usual. The time has come for a fundamental shift toward health being seen as an investment, rather than a cost, and the foundation of productive, resilient and stable economies. Health is central.“

Und eine ähnliche Botschaft vermittelte Tedros Adhanom Ghebreyesus am selben Tag gegenüber dem Economic Council of Germany,[21] in dem neben Wirtschaftsminister Altmaier interessanterweise auch der bayrische MP Söder vertreten war. Und überall dieselbe Botschaft: Geld, Geld, Geld für die Impfstoffe und ihre Verteilung: „I urge all business leaders to find a way to contribute to ending this pandemic, locally, regionally, nationally and globally. Whether it is through local production capacity, community support, in-kind contributions, or financial contributions.“[22]

Die Pandemie soll also auf dem Wege der Kapitalbeschaffung, der Impfung und der globalen Neuorientierung im  Sinne technologischer Innovationen, insbesondere aber der Digitalisierung beendet werden,  und zwar quasi auf Knopfdruckanstatt dass diese Krise dazu genutzt wird, im Sinne eines freien Geisteslebens globale Lern- und Bildungsprozesse zu veranlagen, um damit eine Verhaltens- und Bewusstseinsveränderung der Menschen in ihrem Verhalten der Natur, aber natürlich auch dem Menschen gegenüber in Gang zu setzen.

 

 

Welche Agenda verfolgt das World Economic Forum (WEF) mit dem „Great Reset“

Damit kommen wir zum zweiten Thema dieses Beitrages. Was verbirgt sich hinter dem von Klaus Schwab, dem Begründer des WEF, seit Beginn der Pandemie ausgerufenen „Great Reset“? Eben in diesen Novembertagen ist auch das WEF nicht untätig, im Gegenteil: Auf dem „Pioneers of Change Summit“[23] verkünden WEF Mitglieder wie Christine Lagarde von der EZB die frohe Botschaft: “Thanks to the fantastic hard work put in by some companies in Germany, and in the US and in various corners of the world, we are now seeing the other side of the river because we know that vaccines are on the horizon.”[24]

Bereits im Januar 2020 wurde jedoch deutlich, dass das WEF auf die Pandemie durch das „Event 210“ im Oktober 2019 bestens vorbereitet war. Paul Schreyer hat dazu in seinem sehr gut recherchierten Buch „Chronik einer angekündigten Krise“ in minutiöser Weise vor Augen geführt, in welcher Weise diese Vorbereitung abgelaufen ist.[25] Dazu gehörte der bereits in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr von Christian Drosten in Zusammenarbeit mit „chinesischen Kollegen“ entwickelte sogenannte PCR-Test, vor allem aber auch das seit dem 17. Januar verfügbare internationale Dashboard der Johns-Hopkins-University zum Verlauf der Pandemie, die ja im Januar noch in China lokal begrenzt ablief. Am 23. und 24. Januar 2020 trafen sich dann die Bosse der größten Weltkonzerne mit den Staatschefs innerhalb des WEF in Davos, um dort im Sinne des „Event 201“ „gebrieft“ zu werden.[26] Die Agenda des WEF wurde im Verlaufe der Krise aber nun immer mehr deutlicher, gipfelnd in der Veröffentlichung des Buches „The Great Reset“ von Klaus Schwab, dem Gründer des WEF, im Juli 2020. [27]

Was aber verbirgt sich hinter diesem ominösen Titel? Seine Definition lautet in etwa so: Die Menschheit steht auf Grund der Vierten Industriellen Revolution an der Schwelle zu einer Neuordnung der globalen Beziehungen, der Volkswirtschaften und der gesellschaftlichen Prioritäten. Da der Übergang in die neue Gesellschaft mit heftigen Turbulenzen verbunden sein wird, sollte man ihn nicht schrittweise und über einen längeren Zeitraum, sondern ruckartig und so schnell wie möglich vollziehen. Eben das ist auch die Botschaft von WHO Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, und der Teilnehmer seines „Paris-Peace-Forums“, die natürlich alle auch Teilnehmer des WEF sind.

„Glaubt man den Aussagen der Repräsentanten des WEF, dann besteht das Ziel des Great Reset darin, „den Zustand der Welt zu verbessern“ und „das System für die Nach-Corona-Zeit zu gestalten“. Ein auf YouTube geposteter Werbefilm erweckt den Eindruck, man könne die gegenwärtige Welt, die als Ort chaotischer sozialer Zustände, brutaler Gewalt und rücksichtsloser Umweltzerstörung dargestellt wird, per Knopfdruck in ein soziales, ökologisches und wirtschaftliches Paradies verwandeln. Ungeachtet der plakativen Darstellung der aktuellen Weltlage sagt der Film doch einiges über ihre Einschätzung durch das WEF aus. Offensichtlich sieht es die Welt in einem höchst instabilen, von Chaos und Gewalt bedrohten Zustand. Ein Schaubild verdeutlicht zudem, welche aktuellen Probleme neben anderen für besonders wichtig erachtet werden: das globale Finanzsystem, 5G, Blockchain, die digitale Identität, Drohnen, Impfungen und 3D-Drucker.“[28]

Damit deutet sich eine total überwachte, digitalisierte Welt an, in der der Mensch mit den digitalen Technologien immer mehr verschmelzen soll. Um das zu unterstreichen verkündete Schwab unlängst bei einer Rede am „[29] schreibt er, dass beispielsweise implantierbare Mikrochips eingesetzt werden könnten, um die Gedanken von Menschen zu lesen.[30]

Kurzum: Globale Wirtschaftseliten versuchen in Zusammenarbeit mit der WHO die Corona-Krise für einen globalen Umschwung in Richtung des Transhumanismus, dessen Ziel ja eben die Verschmelzung des Menschen mit der digitalen Technologie ist, zu nutzen. Dies ist jedoch keine Verschwörungstheorie, sondern die hier dargestellten Aussagen von Klaus Schwab, dem WEF und der WHO lassen sich anhand der hier nachgewiesenen Quellen alle überprüfen.

Hinter dieser „schönen neuen Welt“ eines Klaus Schwab eines Tedros Adhanom Ghebreyesus, einer Ursula von der Leyen, eines Emanuel Macron, einer Christine Lagarde und einer Melinda Gates verbirgt sich nichts anderes als der auf technologischem Wege durch Impfungen, Mikrochips und Totalüberwachung aufgerüstete „perfekte“ Mensch der Zukunft. Es ist dies jedoch der zum Scheitern verurteilte Versuch, die Welt mithilfe desjenigen zerstörerischen Denkens zu retten, durch das die Corona-Krise und ihr Pendant in der Klimakrise überhaupt erst entstehen konnten.

 

Wo aber bleibt die Freiheit?

Mit dem in diesem Blog von Anfang an vertretenen salutogenetischen Ansatz geht jedoch um etwas gänzlich anderes: Hier geht es in erster Linie darum, dass jeder Mensch in die Lage versetzt werden kann, für seine Gesundheit und damit für sein Immunsystem aufgrund eines den ganzen Menschen umfassenden Gesundheitsverständnisses selbst sorgen zu können. Dabei kann in Fällen, in denen eine solche Selbstfürsorge aus Alters- oder anderen Gründen nicht mehr gewährleistet werden kann, auch eine Impfung zur Hilfe herangezogen werden. Vorausgesetzt diese ist auf Nebenwirkungen und Risiken hin genauestens überprüft und mit der nötigen zeitlichen Frist zugelassen worden. Danach sieht es bei den jetzigen genetischen Impfstoffen bisher jedoch leider nicht aus.

In jedem Falle muss eine Impfentscheidung dem Einzelnen überlassen werden und kann nicht per staatlicher Verordnung verfügt werden. In ihrem jetzt veröffentlichten Positionspapier[31] vertreten die Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zwar eine diese ethisch-moralischen Grundsätze wahrende Position, indem es dort heißt: „Den Ausgangspunkt bildet die Selbstbestimmung (Autonomie) jedes Einzelnen. Impfungen setzen prinzipiell eine aufgeklärte, freiwillige Zustimmung voraus. Eine undifferenzierte, allgemeine Impfpflicht ist deshalb auszuschließen. Wenn überhaupt, ließe sich eine Impfpflicht nur durch schwerwiegende Gründe und für eine präzise definierte Personengruppe rechtfertigen. Dies beträfe insbesondere Mitarbeiter*innen, die als potenzielle Multiplikatoren in ständigem Kontakt mit Angehörigen einer Hochrisikogruppe sind, wenn nur durch eine Impfung schwere Schäden von dieser Personengruppe abgewendet werden könnten.“[32]

Es lässt sich abschließend aus all dem hier Gesagten jedoch ersehen, dass die im neuen IfSG nunmehr gesetzlich zugelassenen Grundrechtseinschränkungen, die solange andauern werden, wie die epidemische Lage anhält – also in der Sichtweise der Regierung, bis eine Impfung zur Verfügung steht – sich kaum mit einer freien Impfentscheidung in Übereinstimmung bringen lassen.

Denn gesetzt den Fall, es würde sich freiwillig niemand impfen lassen, was geschähe denn dann? Laut IfSG würde dann die epidemische Lage ja weiter bestehen bleiben. Der Gesetzgeber hat also mit dem geänderten IfSG ein mehr oder weniger geeignetes Druckmittel in der Hand, um aus einer freiwilligen Impfentscheidung einen weiteren „pandemischen Imperativ“ werden zu lassen: „Handle in der Pandemie stets so, dass deine Impfung zur Aufhebung einer epidemischen Notlage von nationaler Tragweite beitragen kann!“.

Im Brief am die Galater heißt es dazu bei Paulus: Denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit käme, dann wäre Christus umsonst gestorben. (Gal. 2,21)

Sprich, Gesetzesverordnungen, die die Freiheit einschränken und damit verhindern, dass Moralität und in diesem Falle Gesundheit im christlichen Sinne, d.h. aus Freiheit wirksam werden kann, widersprechen dem Freiheitsverständnis des Christentums im paulinischen Sinne. Diesen Freiheitbegriff hat Rudolf Steiner in der Philosophie der Freiheit so ausgedrückt:

„Wenn Kant von der Pflicht sagt: «Pflicht! du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst», der du «ein Gesetz aufstellst..., vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich in Geheim ihm entgegenwirken», so erwidert der Mensch aus dem Bewusstsein des freien Geistes: «Freiheit! du freundlicher, menschlicher Name, der du alles sittlich Beliebte, was mein Menschentum am meisten würdigt, in dir fassest, und mich zu niemandes Diener machst, der du nicht bloß ein Gesetz aufstellst, sondern abwartest, was meine sittliche Liebe selbst als Gesetz erkennen wird, weil sie jedem nur auferzwungenen Gesetze gegenüber sich unfrei fühlt.»[33]

An die Stelle dieser „sittlichen Liebe“ jedoch setzt die Bundesregierung mit ihrem unlängst veröffentlichten Werbespot in geradezu absurder Weise das „Nichtstun“.[34] In zwei Videos, die sich hauptsächlich an junge Menschen richten, wird unverhohlen empfohlen, den Lockdown auf der Couch und vor der Bildschirmkonsole mit Videospielen zuzubringen. „Nichts zu tun, war plötzlich ein Dienst an der Gemeinschaft!“ Mit diesen Botschaften entlarvt sich die Strategie der Bundesregierung nun vollends als der Weg in eben jene „schöne neue Welt“, die uns das WEF eines Klaus Schwab in blumigen Worten anzupreisen versucht, und in der es für dieses Nichtstun dann sogar ein „Grundeinkommen“ für alle gibt, die in dieser schönen neuen Welt aufgrund des massiven Abbaus von Arbeitsplätzen keine Arbeit mehr haben werden.[35]

Gerade angesichts solcher Perspektiven aber dürfen wir in dieser aktuellen Situation nicht resignieren und uns ohnmächtig fühlen! Der Wochenspruch dieser Woche aus dem anthroposophischen Kalender lautet deshalb:

 

So fühl ich erst die Welt,

Die außer meiner Seele Miterleben

An sich nur frostig leeres Leben

Und ohne Macht sich offenbarend,

In Seelen sich von neuem schaffend,

In sich den Tod nur finden könnte.

 

Es hängt also von uns ab, die wir uns innerlich stärken und jeder auf seine individuelle Weise an einer Welt mitarbeiten, die eben anders aussehen wird, als es uns die Visionen des WEF suggerieren wollen, ob diese Visionen zu einer Realität werden oder nicht.

 

Andreas Neider

 

 


[9] Rudolf Steiner, Die Philosophie der Freiheit, GA 4, S. 156.

[10] Siehe dazu Clemens Arvay, Wir können es besser, Köln 2020 sowie Ärzte für individuelle Impfentscheidung: https://www.individuelle-impfentscheidung.de/

[12] Der CT-Wert gibt die Anzahl der Zyklen an, durch die das gefundene Virusbestandteil vervielfältigt werden muss, um überhaupt wahrgenommen werden zu können. Ab einem CT-Wert von 30 Zyklen nimmt jedoch die Unschärfe der Wahrnehmung so stark zu, dass Falschpositive-Ergebnisse sich häufen. Die gegenwärtige Teststrategie verwendet CT-Werte von 45 Zyklen und produziert damit Falschpositive Ergebnisse von 1-2%. Wir haben darüber in unseren Blogbeiträgen bereits mehrfach berichtet. Siehe dazu auch den Beitrag von Thomas Hardtmuth in unserem Anfang Dezember erscheinende Buch Corona und das Rätsel der Immunität.

[14] Corona – eine Krise und ihre Bewältigung, Stuttgart 2020  und Corona und die Überwindung der Getrenntheit, Stuttgart 2020

[20] COVAX Covid-19 Vaccines Global Access, eine Organisation, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen gewährleisten will.

[22] A.a.O.

[25] Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Frankfurt a.M. 2020.

[26] Näheres dazu in dem zitierten Buch von Paul Schreyer. Er belegt alle diese Zusammenhänge aus frei zugänglichen Quellen, ohne jegliche Unterstellung einer Verschwörung o.ä.

[27] Auf Deutsch erschienen unter dem Titel COVID-19: Der Grosse Umbruch.

[28] Zitiert nach „Deutsche Wirtschaftsnachrichten“ vom 5.9. 2020:  Das zitierte Video ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=8rAiTDQ-NVY

[29] Klaus Schwab, Die vierte industrielle Revolution München 2019.

[30] Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, deren Muttergesellschaft das schwedische Familienunternehmen Bonniers ist, zitieren dazu noch einen Bericht des WEF, in dem es heißt, dass in Schweden bereits heute mehr als 3000 Menschen Mikrochips unter der Haut tragen, auf denen ihre Identität, Gesundheitsdaten, Ticketkäufe und Reisedokumente gespeichert sind.

https://www.weforum.org/agenda/2018/05/thousands-of-people-in-sweden-are-embedding-microchips-under-their-skin-to-replace-id-cards

[32] A.a.O.

[33] Rudolf Steiner, Die Philosophie der Freiheit, GA 4, S. 170.

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Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Godfried van Ommering (Samstag, 21 November 2020 11:23)

    Vielen Dank, lieber Herr Neider, für Ihre Diagnose des sich in schnellen Schritten vollziehenden Geschehens, die sich auf Deutschland bezieht, aber größtenteils auch für die Niederlande zutreffend ist. Nicht außer Betrachtung lassen sollte man die Maskenpflicht, die ja gerade als Pflicht die Entmündigung des Individuums bedeutet. Die Maske ist geradezu das Symbol für die Rückführung in die Unmündigkeit, und des Übergriffes des Staates in das persönliche Leben. Damit ist nichts gesagt gegen die medizinische Notwendigkeit des Maskentragens in bestimmten Lagen. Für mich als nicht-Deutscher, der sich tief verbunden fühlt mit der deutschen Kultur, ist es einfach unfassbar wie die Deutschen willig sind sich den Maulkorb vorbinden zu lassen, aktuell illustriert durch den Kommentar auf Seite 1, rechts oben, der FAZ am Donnerstag, 19/11, im letzten Absatz. Gerade die Maskenpflicht ist das perfekte Instrument die Menschen ihrer Würde zu berauben. Die pertinente Unwille der Politik und der Medien sich Rechenschaft darüber zu geben, und den fast-Verbot sich darüber Gedanken zu machen und diese aus zu sprechen bzw. schriftlich zu bekunden, verrät was - und in wessen Dienst - hier forciert werden muss.

  • #2

    Ulrike Trips (Dienstag, 24 November 2020 02:12)

    Das Hauptproblem ist, dass die Prämissen in dem Artikel leider nicht richtig sind. Daraus ergeben sich dann jede Menge falscher Schlüsse. Ich greife nur mal ein paar heraus:

    Es sei nicht erwiesen, dass Lockdown-Maßnahmen das Infektionsgeschehen überhaupt entscheidend beeinflussen - Wir sehen in allen Ländern, dass die Zahlen ohne Maßnahmen exponentiell steigen und je rigoroser die Kontaktbeschränkung ausfällt , desto schneller sinken die Zahlen (funktioniert in asiatischen Ländern, in denen sich der einzelne dem Interesse des Volks unterzuordnen hat und Apps ohne Rücksicht auf Datenschutz umgesetzt werden, entsprechend effektiver). Noch kein Land und hat es sich bisher dauerhaft leisten können, auf Kontaktbeschränkungen zu verzichten; auch Grenzschließungen und Einreisebedingungen sind eine Form der Kontaktbeschränkung.

    Es wird behauptet, dass es eine `nicht gefährdete Bevölkerung unter 60 Jahren´und eine Risikogruppe mit schweren bis tödlichem Krankheitsverläufen über 70 Jahren gebe. Das stimmt einfach nicht. Das kann jeder sowohl an Berichten einzelner Betroffener als auch an Statistiken als auch an seinem örtlichen Krankenhaus über Mitarbeiter selbst nachprüfen.

    Völlig irrig ist die Annahme des Autors, dass `Risikogruppen in keiner Weise dadurch gefährdet würden, dass Menschen, die mit diesen Gruppen in keinerlei Kontakt stehen, in ein Restaurant gehen oder dadurch, dass Kinder im Unterricht keine Maske tragen´. Wie sollte das gehen, dass Menschen mit anderen in keinerlei Kontakt kommen? Sollten alle Personen mit Risikofaktoren zu Hause bleiben und von, ja wem beliefert und versorgt werden? Von lauter gesunden Post- und Paketboten? Von ihren gesunden schulpflichtigen oder berufstätigen Kindern? Von all den jungen gesunden Pflegekräften und den Ärzten mit gesunder work-life-balance? Kontakt lässt sich definitiv nicht vermeiden, auch nicht wenn man die `Risikogruppe´ der Älteren besonders einschränken würde.
    Tatsächlich sind aber 40% der Erwerbstätigen von irgendeiner gesundheitlichen Behinderung betroffen. Es ist also schlicht nicht möglich, den `Risikopersonen´unter den Verkäufern und Servicekräften, Busfahrern, Sicherheitskräften, Lehrern und Erziehern, Ärzten und Pflegern, um nur ein paar Berufsgruppen mit hohen Sozialkontakten zu nennen, einen Sonderstatus am Arbeitsplatz, betriebliche Umsetzung oder Freistellung einzuräumen.
    Noch dazu kommt, dass auch die, bei denen kein erhöhtes Risiko bekannt ist, teilweise mit `Risikopersonen´ im Haushalt leben und damit ebenfalls zu Recht guten Infektionsschutz an ihrem Arbeitsplatz einfordern.
    Wenn man also das gesellschaftliche Leben möglichst aufrecht erhalten will, bleibt nichts anderes übrig, als auf wirksame Schutzmaßnahmen für alle Arbeitnehmen und Besucher/ Schüler/ Patienten/ Bewohner etc. zu achten.

    Damit sollte die rhetorische Frage, wo `eine Gefahr für Leib und Leben`entsteht, wenn jemand aus einem Risikogebiet einreist oder an einer Demo ohne Beachtung der AHA-Regeln teilnimmt, ausführlich beantwortet sein.

    Bitte informieren Sie sich selbst bei Krankenhausmitarbeitern: Die Situation ist fast überall im Bereich dunkel-orange wegen der hohen Zahl an kranken bis schwerkranken covid19-Patienten. In einer österreichischen Nachbarstadt haben die Intensiv-Ärzte regelmäßig 25h-Dienste (in voller Schutz-Montur - extrem anstrengend). Triage ist nicht mehr ein theoretisches Szenario. Möge jeder tun, was er kann, um diesen Winter seine persönlichen Kontakte zu beschränken, sich gesund zu erhalten und Mitmenschen (kontaktlos) eine Freude zu machen.