Erneute Distanzierung von Rechts

[Christoph Hueck:]  In einem Blog-Eintrag vom 27. August habe ich mich bereits entschieden und eindeutig von rechts- und linksradikalen Mitläufern der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen distanziert. Aus gegebenem Anlass ist nun eine weitere Distanzierung notwendig.

Am 15.11. traf sich eine Gruppe führender Personen der Corona-Protestbewegung im thüringischen Saalfeld mit dem der Reichsbürgerszene zugerechneten Peter Fitzek. U.a. hatte Michael Ballweg, der Kopf der Querdenken-Organisation, dazu eingeladen. Das geheime Treffen flog auf, die Presse berichtete darüber. 

 

Seit den großen Berliner Demonstrationen im August wird die Corona-Protestbewegung von Politikern und Presse als rechtsradikal unterwandert dargestellt. Auf diese Art wird das legitime Anliegen der Demonstrierenden, nämlich der Protest gegen unverhältnismäßige Corona-Maßnahmen und gegen die Einschränkung der Grundrechte, systematisch diskreditiert.

Das Treffen in Thüringen spielt solchen Darstellungen leider in die Hände. Ich kann und will die Interessen und Motive der Teilnehmenden nicht beurteilen. Die öffentliche Wirkung ist jedoch extrem kontraproduktiv.

 

Aufgrund von vielen persönlichen Gesprächen bin ich fest davon überzeugt, dass die weit überwiegende Mehrzahl der Demonstrierenden mit rechtsnationalistischen oder rechtsradikalen Anschauung absolut nichts zu tun haben.

 

Ich distanziere mich ausdrücklich von jeglichen rechtsnationalistischen oder rechtsradikalen Ideen und Bestrebungen, die sich gegen das Grundgesetz oder gegen die freiheitliche Grundordnung in Deutschland richten. Ich bilde mir mein eigenes Urteil über die Corona-Politik. Diejenigen Personen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – in Thüringen getroffen haben, betrachte ich nicht als Repräsentanten meiner Auffassungen.

 

Christoph Hueck


 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ursula Wefelscheid (Samstag, 05 Dezember 2020 16:39)

    Sehr geehrter Herr Hueck,

    dieser aktuale Artikel in der taz https://taz.de/Waldorfschulen-und-Corona/!5731231/ zeigt auf, in welchem gefährlichen Fahrwasser die Anthroposophie sich zur Zeit bewegt.

    Daraus: "Ähnlich argumentierte Christoph Hueck auf Querdenker-Demos. Hueck bildet Waldorflehrer aus und sagt etwa: „Wenn wir ein gutes Immunsystem haben, dann kann uns das Virus überhaupt nichts ausmachen.“"

    Ich finde diese Aussage anmaßend allen denen gegenüber, die sich um ein gutes Immunsystem bemühen, aber aus welchen Gründen auch immer darüber nicht verfügen.

    Auf dem Zoom-Seminar mit Wolf-Ulrich Klünker vom 07./08. November wurde sein Aufsatz "Das neue Tier und der Engel" zugrundegelegt http://turmalin-stiftung.de/file/ms_website/w15/file/repository/Das_neue_Tier_und_der_Engel_DAS_GOETHEANUM_Nr_14_5_4_19_1.pdf

    Ich zitiere Wolf-Ulrich Klünker (07.11.2020):

    "Wir sind in totalen Interferenzen zwischen Tier und Mensch, totalen Interferenzen zwischen Tier und Mensch. Das ist die notwendige Folge, wenn auf der anderen Seite die Interferenz zwischen dem, ich sag jetzt mal, höherem Tier, dem Engel, dem Geistselbst und dem Ich nicht funktioniert. Die Interferenz nach unten, sozusagen ins Negative, zwischen Tier und Mensch schreit danach, dass die Interferenz nach oben zwischen Ich und Geistselbst, denn das Geistselbst ist ja nichts anderes als verwandelte Astralorganisation - insofern sozusagen im Bild gesprochen verwandeltes Tier, individualisiertes Tier -, wenn diese Interferenz nicht bewusst wird (gemeint: dass diese Interferenz bewusst wird)."

    Vielleicht kann diese Sicht auf Corona dem ein oder anderen eine Hilfestellung bieten.
    Ihre erneute "Distanzierung von Rechts" ist auf jeden Fall zu begrüßen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Ursula Wefelscheid

    www.naturundgeist.de

  • #2

    Michael Christian Gerhard Günther (Dienstag, 08 Dezember 2020 10:28)

    Der obige Beitrag ist einerseits schier unumgänglich und weist gleichzeitig auf eine Absurdität hin, die nach wie vor gefördert wird durch ebensolche (absurden) Vorurteile.

    Ein wichtiger Anspruch von Anthroposophie an Interessierte ist Geistesgegenwart und zwar konkret. Allein aus dieser Position heraus ergibt sich ein Widerspruch zu sogenannten konservativen Haltungen, denn Geistesgegenwart kann schon aus rein logischen Gründen nicht konservativ sein. Wenn Frau / Mann, politisch gesehen, weiter nach rechts sich umschauen, begegnen sie Inhalten und Gesinnungen, die sich steigernd von der Anthroposophie erheblich unterscheiden usw. ... . Das ist unzweideutig, und diese Tatsache sollte eigentlich global zur Allgemeinbildung gehören.
    Was ist Anthroposophie? Der Mitbürger braucht nur diesen Namen wörtlich nehmen in seinem Sinngehalt. Also alles, was Weisheit ist in der Menschheitsentwicklung, gehört zur Anthroposophie. Das ist der Anspruch selbiger und hohes Kriterium. Und Weisheit ist Wahrheit im Mantel solcher Schönheit, die von der Wahrheit erschaffen wird und so sich offenbart (meine Meinung).

    ("Was ist Wahrheit? (Die altbekannt auch philosophische Frage ...).--- Sechzig Jahre und kein bisschen Weise(?). (Sechzig Jahre und (nichts x ?) dazu gelernt?--- Aber, hurra, ich hab´s bis hierher geschafft!"--- Angesichts der derzeitigen globalen Probleme sollten wir solche naive witzelnde (Schlager-)Haltung nur unter Vorbehalt aus Spaß heraus hin und wieder demonstrieren sozusagen fürs herzhafte Lachen. Alles andere ist im Höchstmaß tragisch (weil gefährlich verzerrend) ... usw. ... .

    Herr Hueck hat mein Mitgefühl. Er musste in seiner Stellungnahme, stellvertretend, das Absurde eindeutig zurückweisen sozusagen an der Schwelle, die hinübergeleitet eben in die Anthroposophie hinein. Irgendwie fühlt man sich dabei wie in einem falschen "Film".- "Das darf doch heutzutage nicht wahr sein, dass ich solche profane gültige Aussage in die Öffentlichkeit "hineinpflocken" muss! ??? !"